Korrekte Konten gewünscht

Wie Banken ihre Kunden betrügen

Interview mit Wolfgang Schrot von der Firma Allbau GmbH und Betreiber der Seite SOS-Handwerk zum Thema Kontenrprüfung

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Wir von Konto Korrekt bedanken uns bei Herrn Wolfgang Schrot von der Firma Allbau GmbH und Betreiber der Seite SOS-Handwerk für seine Offenheit.

Warum haben Sie Ihr(e) Konto (Konten) geprüft oder prüfen lassen?

Nach der überraschenden Kündigung unserer Firmenkredite 2001 kam es zu einem Bürgschaftsprozeß.
Die Forderungsaufstellung der Sparkasse konnte nicht nachvollzogen werden. In eine Excel – Tabelle wurden sämtliche Daten der Kontoauszüge eingepflegt, um eine Übersicht zu erhalten. Es konnte festgestellt werden, daß nicht erklärbare Buchungen zwischen unterschiedlichen Konten erfolgten. Von einem Kreditkonto X wurde ein Betrag auf ein Baufinanzierungskonto Y gebucht. Nach 22 Tagen erfolgte die Rückbuchung auf das Konto X und hinterließ einen Belastungszins von 52 DM, etc.. Weiterhin war festzustellen, daß sich die Kontokorrentzinsen bei fallendem Leitzins der Bundesbank erhöhten.
Nach diesen Feststellungen fiel auf, daß Wertstellungs- und Buchungsdatum teilweise unterschiedliche Zeiträume aufwiesen. Als besonders eigenartig stellten sich Überweisungen von Rechnungsbeträgen dar, die das Buchungsdatum des Überweisungstages trugen, das Wertstellungsdatum aber bis zu 4 Tage vordatiert war (Kontokorrentkonten).

Wie haben Sie Ihre Konten geprüft? (Software, professioneller Kontenprüfer)

Ende 2002 bemühte ich mich, kompetente Hilfe eines Fachmannes / Fachfrau zu erhalten, da ja auch die Zinsen betroffen sein mußten, wenn die Wertstellungen kundenschädlich erfolgten. Im Gegensatz zu den heutigen Möglichkeiten der Prüfung, gab es kein Angebot von Software, die eine Kontrolle durch einen Laien ermöglicht hätte. Es stand keine Software zur Verfügung, wie sie z.B. gegenwärtig mit dem Programm Konto Korrekt  angeboten wird.
Über das Internet wurden dann Kontakte zu mehreren Kontenprüfern aufgenommen und 2003 bis 2004 erste Gutachten erstellt. Leider konnten diese nicht mehr in das laufende Bürgschaftsverfahren vor dem OLG Schleswig eingebracht werden.

Konnten Sie Forderungen gegen Ihre Bank geltend machen?

Nein, bisher nicht!
Die Gutachten wurde in einen weiteren Prozeß vor dem Handelsgericht- Neuruppin eingebracht, der am 21.12.2004 begann. Dieser Prozeß soll die Unrechtmäßigkeit der Kündigung, der Sparkassenforderung sowie die der Kontenberechnungen beurteilen.
Am 22.12.2007 erfolgte ein Teilurteil zum Vorteil der Sparkasse gegen die Allbau GmbH Rheinsberg…, daß die Klärung der Kontenfehlberechnungen ausschloß. Im Berufungsverfahren vor dem OLG Brandenburg, wurde mit dem Urteil vom 01.10.2008 das Handelsgerichtsurteil in 12 Punkten zurück verwiesen.
In dem darauf folgenden Handelsgerichtsurteil vom 27.05.2011 erhielt die „Allbau GmbH Rheinsberg…“ vollumfänglich recht (s. diese Urteile unter www.s-o-s-handwerk.de). Nach diesem Urteil ist die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin erneut in die Berufung gegangen. Der Prozeßtag am OLG Brandenburg wurde nach zweimaliger Änderung  (April dann Mai) auf den 15.08.2012 verlegt.
Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden Forderungen bezüglich der Kontenfehlberechnungen geltend gemacht, die aber ohne rechtskräftiges Urteil nicht erfolgreich einzuklagen sind.  Mit dem Urteil des OLG Brandenburg 4 U 4/11 vom 16.11.2011 hat sich erstmals ein Brandenburger Gericht mit Kontenberechnungen auseinander gesetzt. Dies läßt hoffen!

Wie hat die Bank auf die Kontenprüfung reagiert?

Die Sparkasse bestreitet in der Öffentlichkeit (Kreistag, örtliche Demonstrationen) die Kontenfehlabrechnungen und hat ein Gegengutachten von 2 Hochschulprofessoren erstellen lassen, die auf eine Verjährungserklärung abstellen, aber keine Kontennachrechnung enthalten. Prof. Dr. Bork stellt nach 40 Seiten fest, daß er nicht in der Lage ist, Kontennachrechnungen durchzuführen.
Nachdem in einer Kreistagssitzung öffentlich (s. unter www.s-o-s-handwerk.de Rubrik Presse/TV – Umschau vom 25.06.2006) die Abgeordneten informiert wurden, durften dann im nicht öffentlichen Teil der Sitzung, Vertreter des Ostdeutschen Sparkassenverbandes und der Vorstand der Sparkasse sprechen, ohne daß die Kritiker von „SOS Handwerk“ zu diesem Vortrag zugelassen wurden.
Fazit:… Spinner und Querulanten, die alle Prozesse verloren hätten. Dem CDU-Abgeordneten Nottle, der eine Überprüfung gefordert hatte, wurden nachfolgend die Geschäftskredite gekündigt.
Auf Hinweise (Rundfunksendung) des Verbraucherschutzes reagiert die Sparkasse nicht. Prüfgutachten werden/wurden als Gefälligkeitsgutachten deklariert. Ein Gutachten des Kontenprüfers Herrn Eibl, über ein bei der Sparkasse OPR geführtes „Positivkonto“ eines öffentlichen Trägers (Krankenkasse), erbrachte für einen Monat eine Fehlbetrag von ca. 7000 €. Weder Landrat und Verwaltungsrat, noch das Finanzministerium haben bisher das Gutachten angefordert, obgleich sie darüber informiert wurden.
Auf öffentliche Beschuldigungen, bezüglich der Kontenfehlberechnungen, reagiert die Sparkasse OPR nicht und läßt diese über sich ergehen. Abgeforderte Saldenstände werden nicht erteilt. Da mehrere unter “SOS Handwerk“ organisierten Geschäftsleute ihre bei der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin geführten Konten prüfen ließen, sind die ermittelten Fehlabrechnungen für das Land Brandenburg zum Politikum geworden.

Würden Sie es wieder tun?

Ja!

Wem würden Sie eine Kontenprüfung empfehlen?

Jeder Geschäftsmann oder private Kreditnehmer sollte seine Konten prüfen! Er kann immer noch entscheiden, ob ihm der ermittelte Betrag wert erscheint, sich mit seiner Bank oder Sparkasse anzulegen. Er schafft sich auf jeden Fall ein starkes Argument, das er bei einer unbegründeten Kündigung oder geschäftlichen Schwierigkeiten gegenüber dem Kreditinstitut einsetzen kann.

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